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Zierpflanzengärtner

Für Frischluftfans und Kreative

img_1533_web1.jpgWenn es um die Berufswahl geht, ist der Gartenbau vielleicht bei vielen nicht gleich im Fokus der Erwägungen. Aber warum eigentlich nicht? Der Gärtnerberuf verbindet Mensch und Natur, verlangt Kreativität, Entscheidungsfreude, ist was für Teamarbeiter, Frischluftfans, Technikbegeisterte und Karrieremenschen. Kurzum: Da ist noch für jeden ein Kraut gewachsen.

Sieben Fachrichtungen hat der Beruf Gärtner. Die Einsatzbereiche sind Baumschulen, Friedhofsgärtnereien, Garten- und Landschaftsbau, Gemüsebau, Obstbau, Staudengärtnereien und Zierpflanzenbau. Spezialisieren kann man sich also in sieben Richtungen. Nicht leicht fällt da die Wahl. Was in Deutschlands Gewächshäusern zu tun ist, was den Alltag prägt und wie man dort beruflich Fuß fassen kann, das ist in diesem Artikel zu lesen.

NASCHZIPFEL UND FEUERKÜSSCHEN
Zu den innovativen Unternehmen der Branche gehört Blu Blumen in Langenberg. Inhaber sind die Brüder Mario und André Segler, die hier neue Wege gehen. Blu verkauft dekorative Pflanzen, die auch noch essbar sind. Zu den Rennern gehören Knobi-Gras, Naschzipfel, Winterharte Banane, Bärlauch, Feuerküsschen, Aloe vera sweet und noch viele andere Gewächse. Auf 17 000 Quadratmetern unter Glas, das entspricht der Größe von drei Fußballfeldern, wächst und gedeiht was schön aussieht und schmeckt. gesund & lecker heißt das Sortiment.

ESSBARE SCHÖNHEITEN
„Wir haben mittlerweile 35 unterschiedliche Artikel im essbaren Segment“, sagt André Segler. Mit zwei bis drei Artikeln habe man 2002 angefangen, sich in diesem Bereich zu bewegen. „2005 haben mein Bruder und ich den elterlichen Betrieb übernommen und ihn dann völlig in diese Richtung umgestellt.“ Das Kultivieren von Jungpflanzen, das ursprüngliche Steckenpferd des Unternehmens, habe sich nicht mehr so rentiert. Ein innovativer Schritt, der zu Bekanntheit und einem guten Ruf über die deutschen Grenzen hinaus führte. „Wir waren definitiv die ersten Gärtner in Deutschland, die Bärlauch in diesem Umfang angeboten haben“, sagt André Segler. Und weil früher Vogel den Wurm fängt, ist Knobi- Gras zum Beispiel ein geschützter Name, den nur Blu Blumen verwenden darf.

ZIERPFLANZENBAU
azubi_01_07_inhalt04_web.jpg Wer bei Blu-Blumen seine Ausbildung zum Gärtner absolviert, der hat sich für die Fachrichtung Zierpflanzenbau entschieden. Zu den Tätigkeiten gehört das Setzen der Pflanzen, Bewässerung, Pflege, Etikettierung. Das läuft zum Teil in Handarbeit, zum Teil maschinell oder computergesteuert. Mit Technik hat man es also durchaus auch zu tun. Mit dem Vorurteil, Zierpflanzenbau sei eine Frauendomäne, werde man nicht so oft konfrontiert, sagt René Aufderheide, der seine Ausbildung bei Blu Blumen gerade hinter sich gebracht hat. Häufig bringe man aber die Frauenwelt zum Staunen, wenn man Ahnung von Blumen habe. Stefan Schmidt ist seit August 2006 Azubi bei Blu Blumen. Seine Arbeitszeit richtet sich trotz Gewächshaus auch nach der Saison. Wenn mehr zu tun ist, ist Wochenendarbeit angesagt. Das spreche man individuell untereinander ab, sagt er. Über das Jahr gilt es bei Blu, 2,5 Millionen Blumen zu topfen und da muss Stefan als Auszubildender richtig ran. „Einen Schongang gibt es nicht“, sagt André Segler. Aber das Betriebsklima sei gut und man habe Spaß an der Arbeit, sagt Stefan. Die Berufsschule besucht er einmal in der Woche, lernt dort Wichtiges über Beratung und Verwaltung, Pflanzen und Technik, Wirtschaft, Mathe und Deutsch.

Mit dem Berufsziel Zierpflanzengärtner tritt der 17-Jährige in die Fußstapfen seines Vaters. Seinem Hauptschulabschluss folgt nun die dreijährige Ausbildung. Auf die kann er später mit dem Meister aufbauen.

BAUMSCHULE
Wer lieber unter freiem Himmel arbeitet, für den könnte die Fachrichtung Baumschule interessant sein. Und da geht es nicht einfach darum, die Weihnachtsbäume fürs nächste Jahr zu erzeugen. Bäume und Sträucher prägen unsere Umgebung. Sie sind es, die Straßen, Plätzen, Gärten und Parks Atmosphäre verleihen und optische Akzente setzen. Gehölze dafür werden in Baumschulen herangezogen und vermarktet. Die art- und fachgerechte Vermehrung der Gewächse steht im Vordergrund. Trotz weitgehender Technisierung der meisten Kultur- und Pflegearbeiten kommt es neben guten Fachkenntnissen nach wie vor auch auf geschickte Handarbeit an.

FRIEDHOFSGÄRTNEREI

Auch Friedhofsgärtner sind viel an der frischen Luft. In großen Städten stellen Friedhöfe oft die größten zusammenhängenden Grünflächen dar und sind neben der Funktion als letzte Ruhestätte oft eine Art grüne Lunge. Friedhofsgärtner sind spezialisiert auf das Anlegen und Bepflanzen von Grabstätten, Grabpflege sowie das Erstellen von Grabschmuck und Dekorationen. Sie stehen Trauernden oft mit Rat und Tat zur Seite und sollten daher neben dem grünen Daumen auch die Fähigkeit mitbringen, mit Menschen umzugehen.

GARTEN- UND LANDSCHAFTSBAU

Umweltgestalter sind im Garten- und Landschaftsbau richtig aufgehoben. Hier leistet man als Bindeglied zwischen Natur und Technik einen entscheidenden Beitrag zur Verbesserung unserer unmittelbaren Lebensräume. Unter anderem werden Parks, Sport- und Spielplätze fachgerecht angelegt und gepflegt. Aber auch in privaten Gärten werden Landschaftsgärtner tätig. Ebenso haben sie sich im Umwelt- und Naturschutz hervorgetan: durch Dach- und Fassadenbegrünungen, die Anlage und Pflege von Biotopen, wasserbauliche Maßnahmen und so weiter.

GEMÜSEBAU
Was im Gemüsebau gemacht wird, verrät wohl schon der Name. Die Gärtner dieses Bereichs sind für Qualität und Frische der zahlreichen Arten und Sorten verantwortlich. Termin- und artgerechte Kultur- und Pflegemaßnahmen sind genauso von Bedeutung wie Pflanzenschutz und Erntezeitpunkt. Der Gemüsebau stellt hohe Anforderungen an das Wissen und Können eines Gärtners.

OBSTBAU
Im Obstbau ist es ähnlich. Auch hier tun die Gärtner etwas für unsere gesunde Ernährung. Dafür setzen sie ihr Wissen und Können ein, um Obst umweltschonend zu erzeugen. Dabei geht es um neue Sorten, Pflege und Ernte. Auch die Lagerung spielt eine elementare Rolle: Gezielte Verfahren ermöglichen Obst in knackiger Frische über viele Monate.

STAUDENGÄRTNEREI

Mit umfangreichen Pflanzensortimenten befassen sich Staudengärtner. Das breite Spektrum an Stauden umfasst neben bekannten Prachtstauden auch Gräser, Farne sowie Sumpfund Wasserpflanzen. Bei der Vermehrung von Stauden zum Beispiel durch Aussaat, Stecklinge oder Teilung kommt es vielfach auf geschickte Handarbeit an. Moderne Maschinen und Geräte unterstützen den Gärtner bei seiner Tätigkeit.

AUSBILDUNGSBETRIEBE
Die Möglichkeiten, im Gartenbau beruflich Fuß zu fassen, sind also vielfältig. „Gute Gärtner werden immer gesucht“, bestätigt André Segler. Wer einen Ausbildungsplatz in dieser Branche sucht, erhält umfassende Infos unter www.beruf-gaertner.de. ¦

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