Wie DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann mitteilt, stabilisiert sich die Lage auf dem Ausbildungsmarkt. Driftmann: “Ende Juli 2009 waren bei den Industrie- und Handelskammern (IHKs) 8,0 Prozent weniger neu abgeschlossene Ausbildungsverträge registriert als Ende Juli 2008. Im Juni 2009 betrug der Rückgang im Vorjahresvergleich noch minus 9,3 Prozent. Damit bewegt sich die Zahl der Neuverträge mit 227.674 nur um 3.800 unterhalb des besonders guten Niveaus des Jahres 2007.”
Zu der verbesserten Entwicklung bei den Vertragszahlen hätten auch zusätzliche Einwerbe- und Vermittlungsaktionen der Industrie- und Handelskammern beigetragen. Viele Tausend Jugendliche seien in den letzten Wochen beraten und an Betriebe mit unbesetzten Ausbildungsplätzen vermittelt worden. Dabei hätten sich die IHKs viel einfallen lassen: “Sie holten Prominente wie Uwe Seeler als Ausbildungsberater ins Boot, klapperten Unternehmen per U-Bahn ab unter dem Motto: Nächster Halt Ausbildung, veranstalteten Last-Minute-Lehrstellenbörsen, Telefon-Hotlines und Beratungsmessen. Allerdings sind auch diesem Einsatz Grenzen gesetzt, wenn es an interessierten Bewerbern fehlt. Mein Appell gilt also den Jugendlichen, die noch keine Stelle haben, sich jetzt auf die vielen zehntausend noch unbesetzten Lehrstellen zu bewerben. Bei ein bisschen Flexibilität sind die Chancen auf einen Ausbildungsplatz in vielen Regionen wirklich gut. Das gilt übrigens auch für die sogenannten Altbewerber.”
Eine positive Nachricht gibt es auch für Lehrlinge aus insolventen Betrieben: Rund 80 Prozent der 2.200 Auszubildenden aus insolventen Betrieben konnten die IHKs bereits erfolgreich an andere Unternehmen vermitteln. Für die restlichen 20 Prozent laufen die Bemühungen noch – mit sehr guten Vermittlungschancen. “Vereinzelt stellt jedoch die Vermittlung eine besondere Herausforderung dar. Durch die Insolvenz der Wadan-Werft in Rostock sind z.B. mit einem Schlag 135 Jugendliche weiterzuvermitteln. Sollte die Weiterführung der Ausbildung bei einem Betrieb in Einzelfällen nicht gelingen, stehen jedoch meist noch ausreichend außerbetriebliche Ausbildungsplätze zur Verfügung”, sagt Driftmann.
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