Zur Sicherheit: Ausbildung zum Fluglotsen

Eine Alternative zum Studium

fluglotse1Ob am Boden, am Himmel, oder zwischen Himmel und Erde: Die Fluglotsen der deutschen Flugsicherung haben alles im Blick. Und alles unter Kontrolle. Rund 1800 sorgen dafür, dass der deutsche Luftraum einer der sichersten der Welt ist. Sieben Tage die Woche, 24 Stunden täglich. Sie koordinieren bis zu 10000 Flugbewegungen am Tag. Und mehr als drei Millionen pro Jahr. Im verkehrsreichsten Land Europas.

Fluglotsen stehen in ständigem Kontakt mit den Piloten aus allen Ländern der Welt: ganz gleich, ob sie am Münchner oder Hamburger Flughafen starten, in Frankfurt oder Berlin landen oder Deutschland nur überqueren. Und ganz gleich, ob die Piloten gerade einen Flieger der deutschen Lufthansa, der arabischen Emirates oder der russischen Aeroflot steuern. Den Kontakt halten die Lotsen per Sprechfunkverbindung vom Tower oder von einer Kontrollzentrale aus. Den Piloten geben sie das An- oder Abflugverfahren weiter, sie erteilen ihnen die Startfreigabe oder weisen ihnen die Geschwindigkeit und die Höhen zu – damit alle Teilnehmer sicher im Luftraum sind. Je Stunde bewegen sich durchschnittlich rund 900 Flieger am deutschen Himmel, in Spitzenzeiten sind es sogar über 1000.

07 KE 0102-0Allein von der Verkehrsmenge lässt sich auf die wichtigsten Eigenschaften von Fluglotsen schließen: Die Fähig-keit, Entscheidungen zu treffen. Rasches Handeln. Hohes Verantwortungsbewusstsein. Wobei das noch längst nicht alles ist; hinzu kommen Konzentrationsfähigkeit, ein gutes Gedächtnis, hohe Mehrfachbelastbarkeit und ein ausgeprägtes räumliches Vorstellungsvermögen. Und da Lotsen immer im Team arbeiten, werden Teamfähigkeit und soziale Kompetenz ohnehin vorausgesetzt. Zudem ist auch ein gutes Gespür für Technik von Vorteil, gleichwohl ein Lotse nicht in der Lage sein muss, etwa eine Radaranlage mit allen ihren Einzelteilen zusammenzubauen. Hier geht es vielmehr um ein grundsätzliches Technikverständnis und das Verstehen übergreifender technischer Zusammenhänge.

Fundiert ausgebildet, krisenfest
In den vergangenen 30 Jahren hat sich der Flugverkehr hierzulande beinahe verdreifacht. Und gegenwärtige Prognosen gehen von einer weiteren Steigerung aus. Trotz aller technischen Fortschritte und sys-temseitigen Unterstützung, die es in den vergangenen Jahrzehnten für die Lotsen gegeben hat, bleibt der Faktor Mensch ein unverzichtbarer. Jedes Jahr bildet die deutsche Flugsicherung deshalb rund 180 erfolgreiche Bewerber zu Fluglotsinnen und Fluglotsen aus. Und nicht nur das: Sie gibt ihnen auch eine Übernahmegarantie. Haben sie ihre Ausbildung also erfolgreich abgeschlossen, erhalten sie einen Arbeitsvertrag mit der DFS Deutsche Flugsicherung GmbH. Einen Vertrag für einen krisenfesten Job.

Den Weg bis zum fertigen Fluglotsen gehen die Auszubildenden in rund drei Jahren. Die ersten Schritte führen sie zunächst in die Flugsicherungsakademie ins hessische Langen. Dort spiegelt die Ausbildung die realistische Vielfalt des Berufs wider: in Unterrichtsinhalten wie Navigation, Flugwetterkunde, Luftfahrt-Englisch, Luftfahrtkunde, Not- und Sprechfunkverfahren. Wirklichkeitsnah laufen auch die Übungen an den Simulatoren ab, an denen die angehenden Lotsen das Lotsen erlernen. 12 bis 16 Monate dauert die Theoriephase, abhängig davon, ob es sich um eine Ausbildung für Tower- oder Centerlotsen handelt. Richtig praktisch wird es dann im On-the-Job-Training: Das dauert für Towerlotsen acht bis 15 Monate, für Centerlotsen zwölf bis 18 Monate. Wie im richtigen (Lotsen-)Leben werden die Azubis dabei natürlich nicht alleingelassen, sondern arbeiten im Team mit erfahrenen Kolleginnen und Kollegen zusammen. Am Ende steht eine praktische Prüfung und dann, nach insgesamt nur drei Ausbildungsjahren, ist es offiziell: Aus den Auszubildenden sind fertige Fluglotsen geworden. Oder auch Fluglotsinnen – denn deren Anteil liegt mittlerweile bei einem Drittel.

Gut bezahlt, mit Perspektive
06 KE 0205-09Auch wenn man über finanzielle Dinge gemeinhin nicht spricht – bei der Ausbildung zum Fluglotsen ist eine Ausnahme durchaus angebracht. Nicht nur, dass sie kostenlos ist. Sondern von der ersten Ausbildungsstunde an verdienen die Auszubildenden Geld: rund 800 Euro im Monat für die Zeit an der Akademie und bereits 2800 Euro während des Trainings „on the job“. Im Anschluss daran, abhängig vom späteren Arbeitsort und Tätigkeitsbereich, verdient ein fertiger Fluglotse zwischen 4900 und 6800 Euro im Monat. Schicht- und Feiertagszulagen sind hier noch nicht einmal eingerechnet. Arbeitsorte können all die Städte sein, in denen die DFS Niederlassungen besitzt: Dazu zählen die 16 Towerstandorte der internationalen Flughäfen oder die vier von der DFS betriebenen Kontrollzentralen in Langen, Bremen, München oder Karlsruhe.

Und dann? Geht es beruflich weiter? In nahezu allen Bereichen der DFS ist das Wissen eines „praktizierenden Flugsicherers“ gerne gesehen und unerlässlich. Deshalb stehen auch Fluglotsen weiterführende berufliche Perspektiven offen. Zum einen auf der Karriereleiter des Flugverkehrskontrolldienstes als Seniorlotse, Chief of Section oder Supervisor. Zum andern gibt es Möglichkeiten, sich beispielsweise in der Nachwuchswerbung oder in der Projektarbeit zu engagieren. Übrigens: Ralph Riedle, DFS-Geschäftsführer Betrieb, begann seine berufliche Laufbahn auch als Fluglotse.

Infos und Kontakt
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH
Flugsicherungsakademie
Am DFS-Campus 4
63225 Langen

Telefon: +49 (0) 6103 / 707-5155
http://fluglotse.dfs.de

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